„Die Geburt der deutschen Nationalliteratur aus dem Geist des Nachdrucks (1750-1867)“
Das Konzept einer Nationalliteratur ist heute geläufig, historisch jedoch erst im 18. Jahrhundert entstanden und im 19. Jahrhundert entfaltet worden. Das Projekt geht der These nach, dass Konzeption einer spezifisch deutschen Nationalliteratur das Beiprodukt des illegalen Nachdrucks ist, wie er vor allem im oberdeutschen Raum seit dem 18. Jahrhundert vielfach Praxis war. Nicht die Großverlage wie Cotta oder Göschen, sondern die ‚Raubdrucker“ zwischen Esslingen und Wien haben Werke geachteter Autoren gesammelt und in Reihen und Sammlungen mit dem Attribut nationaler Repräsentativität versehen auf den Markt gebracht. Das Projekt analysiert dieses frühneuzeitliche Zusammenspiel von Ökonomie, Drucktechnik und Semantisierung des Nationalen bis zu dem Punkt, wo es Teil eines größeren, dann spezifisch modernen Nationenverständnis wird.
(gemeinsam mit Prof. Dr. Philip Ajouri und Jun.-Prof. Dr. Nikolaus Weichselbaumer)