Nation und Konfession: Katholische Identitäten im reformatorischen England

Im Zentrum des Projekts steht die Frage, ob und wie katholische englische Autoren der frühen Neuzeit in ihren Werken ihre eigene konfessionelle Zugehörigkeit verhandelten. Dabei ist mir daran gelegen, das in der wissenschaftlichen Diskussion nach wie vor weit verbreitete Bild des von Rom gesteuerten, unweigerlich subversiven englischen Katholiken auszudifferenzieren. Im Zeitalter der Konfessionalisierung waren die Grenzen zwischen den Anglikanismus und Katholizismus nicht nur weniger scharf abgegrenzt, als es aus kontinentaleuropäischer Retrospektive und im Licht der anglikanisch-elisabethanischen Doktrin erscheinen mag, es ist auch zu vermuten, dass viele englische Katholiken nie wirklich Abstand von ihrer Loyalität gegenüber Nation und Krone nahmen. Die vielfältigen Strategien, mit Hilfe derer sie diese Loyalität bekannten, sollen durch die Untersuchung heute wenig bekannter literarischer Quellen untersucht werden.